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  • Guyana: Gendarm bei Einsatz gegen illegale Goldsucher getötet – Emmanuel Macron ist erschüttert

    Guyana: Gendarm bei Einsatz gegen illegale Goldsucher getötet – Emmanuel Macron ist erschüttert

    Der Gendarm nahm an einer Operation zur Bekämpfung der illegalen Goldwäscherei in Französisch-Guayana teil.

    Ein Gendarm der Einsatztruppe GIGN wurde am Samstag, dem 25. März, bei einem Einsatz zur Bekämpfung der illegalen Goldwäscherei in Französisch-Guayana getötet. „Maréchal des logis-chef Arnaud Blanc ist unter Beschuss gefallen“, teilte Emmanuel Macron auf Twitter mit. Der Präsident der Republik lobte „mit Rührung seinen Mut und sein Engagement“. „Mein Beileid an seine Lebensgefährtin und seine beiden Kinder, an seine Familie und seine Kameraden“, fügte Macron hinzu.

    Auch Innenminister Gérald Darmanin drückte auf Twitter seine „tiefe Erschütterung“ aus und sprach der Familie des getöteten Gendarmen, seinen Angehörigen und seinen Kameraden sein „aufrichtiges Beileid und meine volle Unterstützung“ aus.

    Die Einsatzgruppe der Gendarmerie wurde „von einer bewaffneten Bande überfallen“, wie France Télévisions von der örtlichen Gendarmerie erfuhr. Arnaud Blanc sei „tödlich angeschossen“ worden, hieß es. Der Gendarm war Unteroffizier der Gendarmerie in der GIGN-Zweigstelle in Cayenne im französischen Übersee-Departement Guyana.
    Er nahm an „einer Mission in Maripasoula (an der Westgrenze zu Surinam) zur Bekämpfung der illegalen Goldwäscherei“ teil, so der Elysée-Palast in einer Erklärung. Der Gendarm war seit 2009 bei der Gendarmerie Nationale und diente seit 2019 in Cayenne.

  • Umstellung auf Sommerzeit: weniger Schlaf, aber mehr Sonne!

    Umstellung auf Sommerzeit: weniger Schlaf, aber mehr Sonne!

    Die Umstellung auf die Sommerzeit findet dieses Jahr in der Nacht von Samstag, dem 25. März, auf Sonntag, 26. März, statt. Bei den bals erwarteten sommerlichen Temperaturen freuen sich besonders die Gastronomen darauf.

    In den Straßen von Menton oder Nizza (Alpes Maritimes) liegt bereits ein Hauch von Sommer in der Luft. Auf den Strandpromenaden schlürfen die Anwohner ihren Kaffee und warten auf die Umstellung auf die Sommerzeit. In der Nacht von Samstag, 25. auf Sonntag, 26. März werden die Zeiger wie jedes Jahr seit 1976 um eine Stunde vorgestellt. Das bedeutet eine Stunde weniger Schlaf, aber auch eine Stunde mehr Sonnenschein. Das bringt allerdings manche Menschen jedes Jahr wieder ziemlich durcheinander. Deshalb beginnen viele schon Tage  vor der Umstellung damit, ihren Lebensrhythmus an die Sommerzeit anzupassen.

    Noch immer keine Einigung zwischen den EU-Mitgliedsländern.
    Die einzigen, die sich uneingeschränkt freuen, sind die Restaurantbesitzer. Längere Tage bedeuten mehr Gäste.

    Die Zeitumstellung hätte eigentlich nach 2021 auslaufen sollen. Die Entscheidung wurde von der Europäischen Union allerdings vertagt, da sich die Mitgliedsländer bisher nicht einigen konnten, ob dauerhaft Winterzeit oder Sommerzeit eingeführt werden soll.

  • Der Astronaut Jean-Jacques Favier aus Toulouse ist tot

    Der Astronaut Jean-Jacques Favier aus Toulouse ist tot

    Der Astronaut Jean-Jacques Favier, der sechste Franzose im Weltraum, ist verstorben. Er wohnte in der Nähe von Toulouse und arbeitete bis vor kurzem noch mit Studenten der Ecole des Mines d’Albi und der ISAE-SupAéro an Projekten für Langzeitmissionen auf dem Mond.

    Er war der sechste Franzose, der in den Weltraum flog, und der erste, der die Reise als reiner Wissenschaftler antrat. Jean-Jacques Favier ist jetzt im Alter von 73 Jahren gestorben.

    Favier hatte sich vor mehreren Jahren in Montastruc-la-Conseillère im Departement Haute-Garonne niedergelassen und teilte seine Erfahrungen und sein Wissen mit den Studenten der Ingenieurschulen in Albi und Toulouse.  Insgesamt zehn Franzosen flogen bisher in den Weltraum, Jean-Jacques Favier ist der erste von ihnen, der verstarb. Er wurde bereits am 24. März in der Region Montélimar beigesetzt, aus der seine Frau stammt.

    Jean-Jacques Favier wurde am 13. April 1949 in Kehl, Deutschland, nur einen Katzensprung von Straßburg entfernt geboren. 1971 trat er in die Ecole nationale supérieure d’électrochimie et d’électrométallurgie (ENSEEG) in Grenoble ein. Er promovierte 1977 an der Ecole des mines de Paris in Ingenieurwissenschaften sowie an der Universität Grenoble in Physik und Metallurgie.

    1996 verbrachte Favier 16 Tage im Weltraum
    Als Forschungsingenieur bei der CEA (Commissariat à l’énergie atomique) wurde Jean-Jacques Favier im September 1985 von der französischen Raumfahrtagentur CNES als Experimentalastronaut ausgewählt. Als wissenschaftlicher Leiter des Weltraumofens MEPHISTO, der mehrfach auf dem amerikanischen Space Shuttle flog, wurde er schließlich im September 1992 als Reserve-Astronaut für die Columbia-Mission STS-65 im Juli 1994 ausgewählt. in den Weltraum geflogen ist Favier dann im Jahr 1996.

    1995 wurde Favier als Nutzlastspezialist für das L.M.S.-Experiment (Life and Microgravity Spacelab) auf dem Flug STS-78 der amerikanischen Raumfähre Columbia bestimmt, die das Spacelab-Labor mit sich führte. Vom 20. Juni bis zum 7. Juli 1996 verbrachte er 16 Tage, 21 Stunden und 48 Minuten im Orbit und war damit der erste französische Wissenschaftler, der im Weltraum arbeitete. Während seiner Mission war er für über 30 physikalische Experimente verantwortlich und nahm als Versuchsperson an einem Dutzend physiologischer Experimente teil.

    Nach seiner Karriere als Astronaut engagierte sich Jean-Jacques Favier in der Forschung und im Bildungswesen. Er trug insbesondere zur Zusammenarbeit zwischen dem Institut Clément Ader-Albi (ISAE SupAero, Ecole des Mines Albi) und dem CNES-Team bei, das für das Projekt SpaceShip FR zuständig ist, dessen Ziel die Entwicklung von Technologien zur Vorbereitung einer zukünftigen Mond- und/oder Marsbasis ist. Er war außerdem Ehrenprofessor an der IMT Mines Albi. Jean-Jacques Favier war Ritter der Ehrenlegion.

  • Spanien: Notstand angesichts von Dürre und Bränden

    Spanien: Notstand angesichts von Dürre und Bränden

    Im März 2023 wird Spanien bereits von einer gewaltigen Dürreperiode und heftigen Bränden heimgesucht. Für den Premierminister ist dies ein weiterer Beweis für die Dringlichkeit des Klimaschutzes. 

    Ein gigantisches, noch immer außer Kontrolle befindliches Feuer-Inferno verschlingt Teile Südspaniens in der Provinz Castellón. Es handelt sich um ein typisches Sommer-Feuer. Aber wir befinden uns mitten im März. 3.000 Hektar sind bereits von den Flammen zerstört worden. Knapp 500 Feuerwehrleute und etwa 20 Wasserbomber versuchen den riesigen Brand zu kämpfen, aber das sind nur Tropfen auf den heißen Stein angesichts der immensen Größe des Feuers. Das Feuer brach vorgestern, am 23. März, in der Nähe der Region Valencia aus.

    Anhaltende Trockenheit
    Angefacht durch starke Winde und eine Temperatur von fast 35 °C, überquerte das Feuer die Straßen und bedroht die Städte. 1.500 Einwohner mussten bereits evakuiert werden. Dies ist der erste große Brand des Jahres und eine Folge der dramatischen Dürre in Südspanien, die seit mehreren Monaten andauert. Es zeichnen sich wüstenartige Landschaften ab. In Katalonien hat ein ausgetrockneter See die eine Kirche und mehrere Häuser wieder vollständig zum Vorschein gebracht, von denen früher in trockenen Jahren nur der Glockenturm zu sehen war.

  • Der Kassenbon ist bald passé: Was sich ab dem 1. April in Frankreich ändern wird

    Der Kassenbon ist bald passé: Was sich ab dem 1. April in Frankreich ändern wird

    Ab dem 1. April dieses Jahres müssen die Einzelhändler nicht mehr systematisch Kassenbons ausgeben. Stattdessen werden die Händler die Pflicht haben, ihre Kunden über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren, wie sie eine Quittung bekommen können.

    Der Kassenbon oder eine Rechnung ist unentbehrlich, wenn man seine Ausgaben auf einer Geschäftsreise belegen muss. Oder um seine persönliche Buchhaltung zu machen, oder auch nur, um die Richtigkeit der Beträge des Einkaufs zu überprüfen. Der Kassenzettel ist seit langem ein gewohnte Gegenstand im Alltag der Franzosen. Und bald wird er viel seltener werden. Denn ab dem 1. April müssen die Kunden den Händler ausdrücklich darum bitten, nach dem bezahlen an der Kasse einen physischen Beleg zu erhalten.

    Der Grund für diese Änderung ist in erster Linie ein ökologischer. In Frankreich werden jedes Jahr fast 30 Milliarden Kassenzettel gedruckt. Die Abgeordnete Patricia Mirallès, die den Gesetzentwurf initiiert hat, schilderte das bereits im Jahr 2019 so: „Für einen großen Supermarkt sind das 10.600 Rollen pro Jahr, das entspricht, abgewickelt, der Strecke zwischen Paris und Montpellier. Für eine Bäckerei sind es 6 km pro Jahr und für einen Tabakhändler 30 km.“ Eine enorme Papierverschwendung also, zumal diese kleinen Papierschnipsel in den meisten Fällen im Müll landen.

    Die französische Datenschutzbehörde CNIL (Commission Nationale de l’Information et des Libertés) hat die drei Möglichkeiten bekannt gegeben, die den Franzosen nach dem Kauf eines Produkts zur Verfügung stehen:

    Einzelhändler können die Rechnung immer noch physisch ausdrucken, wenn der Kunde dies verlangt. Das ist zum Beispiel nötig, wenn man ein Produkt in den nächsten Tagen möglicherweise umtauschen muss.
    Der Kunde kann auch verlangen, dass er die Rechnung auf papierlosem Weg erhält. Dies kann verschiedene Formen annehmen: E-Mail, SMS, Webseite, eine per E-Mail versandte PDF-Datei oder eine Nachricht, die der Kunde über einen QR-Code auf sein Smartphone erhält.

    Es gibt jedoch Situationen, in denen der Händler verpflichtet ist, einen Kassenbon auszudrucken. Wenn ein Kunde ein sogenanntes „langlebiges“ Gut (Computer, Haushaltsgeräte, Telefon usw.) kauft, muss der Händler einen Kassenbon ausdrucken, der als Garantiebeleg dient.

    Auch Kreditkartenbelege, müssen weiterhin standardmäßig an die Kunden verteilt werden.

    Wie sieht es aber mit dem Schutz persönlicher Daten aus?
    Diese Frage stellt sich, da die beim Kauf mitgeteilten Informationen, insbesondere die Identität, aber auch die Bankverbindung des Kunden oder seine E-Mail-Adresse, des Schutzes bedürfen. Die Behörden warnen, dass Risiken in Bezug auf den Schutz dieser Daten bestehen.

    Um diesem Risiko zu begegnen, fordert die CNIL die Händler auf, die Kunden, die eine elektronische Zusendung ihres Tickets (E-Mail, SMS) verlangen, über die künftige Verwendung der von ihnen übermittelten Daten zu informieren. „Wenn der Händler beschließt, den papierlosen Versand des Tickets anzubieten, sollten die zu bevorzugenden Lösungen versuchen, die Erhebung personenbezogener Daten so weit wie möglich zu minimieren oder sogar zu vermeiden“, empfiehlt die CNIL. Die CNIL hat eine Reihe von sehr präzisen Empfehlungen veröffentlicht, um Händlern und Verbrauchern bei diesem heiklen Thema die bestmögliche Anleitung zu geben.

    Kunden können die Erfassung Ihrer elektronischen Daten ablehnen.
    Sie müssen vor jeder künftigen Werbung auf elektronischem Wege (E-Mail, SMS, automatische Anrufbeantworter usw.) ihre ausdrückliche Zustimmung geben.

    Ursprünglich sollte dieses „Anti-Abfall“-Gesetz bereits am 1. Januar 2023 in Kraft treten. Die Regierung beschloss jedoch, die Einführung um drei Monate zu verschieben, da wegen der Inflation die Kunden in Frankreich die Möglichkeit haben sollten, ihre Kassenzettel genauer zu betrachten.

    Außerdem hatte das Kabinett der Ministerin für kleine und mittlere Unternehmen Olivia Grégoire damals erklärt, dass viele Einzelhändler „die genauen Bestimmungen der Modalitäten für die Abgabe des Kassenbons nicht kenne“.

    Seit Januar hatten sie jetzt genug Zeit, die anstehenden Änderung in ihre Abläufe zu integrieren und ihren Kunden die Wahl zu lassen, wie sie ihre Rechnung übermittelt bekommen wollen. Am 1. April tritt die Verpflichtung für alle Händler in Kraft.

  • Gewalt bei Demonstrationen: Paris verzeichnet Rückgang der Hotelbuchungen von Ausländern um 30%

    Gewalt bei Demonstrationen: Paris verzeichnet Rückgang der Hotelbuchungen von Ausländern um 30%

    Der Präsident des nationalen Hotel- und Gaststättenverbandes klagte am Freitag auf dem Sender Franceinfo über die „Trägheit der Bürgermeister der großen Städte“, die von den gewalttätigen Ausschreitungen betroffen waren, und nannte Paris, Nantes und Rennes als Beispiele.

    Paris verzeichnet einen Rückgang der Buchungen von Ausländern für Hotels um 20 % bis 30 % und für Seminare um 15 %, sagte Didier Chenet, Präsident des Groupement national des Indépendants de l’hôtellerie et de la restauration, am Freitag, dem 24. März, auf dem Sender Franceinfo. „Der Hauptgrund dafür ist das herrschende Chaos und de schmutzige Zustand von Paris“. Die Gewalt am Rande der Proteste gegen die Rentenreform traf besonders kleine Geschäfte.

    Gastronomiebetriebe, die sich in den Gebieten der Hauptstadt befinden, die von diesen gewalttätigen Auseinandersetzungen besonders betroffen waren, verzeichnen „einen Umsatzrückgang, der zwischen 50 und 80 Prozent oder sogar 100 Prozent liegt“, sagt Didier Chenet. Für diejenigen, die sich nicht in diesen Zonen befinden, stellen die Umsatzrückgänge „eine Größenordnung von 30 bis 50 %“ dar. Bei den Hotels „haben wir einen Rückgang in der Größenordnung von 15 %“. Auch in den Regionen außerhalb der Großstädte „liegt der Umsatzrückgang bei 20 bis 30 %. (…) In der Provinz sind es aber eher der Treibstoffmangel und die Schwierigkeiten bei der Anreise, die diesen Geschäftsrückgang verursachen“.

    Der Präsident des französischen Hotel- und Gaststättenverbandes prangert insbesondere „ein Bild der Verwüstung“ in den Straßen des Pariser Opernviertels an. Bei vielen Geschäften wurden die Schaufenster eingeschlagen. Außerdem kritisierte er die „Trägheit der Bürgermeister der von der Gewalt betroffenen Großstädte“ und nannte Paris, Nantes und Rennes als Beispiele. „Angesichts der Trägheit der Bürgermeister fordere ich die Regierung auf, 1) die Sicherheit von Eigentum und Personen zu gewährleisten und 2) den gesamten Müll von den Straßen entfernen zu lassen, der Brandherde und Gesundheitsinfektionen darstellt. Paris und die Großstädte müssen gesäubert werden“. Aufgrund des Streiks der Müllabfuhr werden in Paris seit Tagen keine Mülltonnen mehr abgeholt. Die Zwangsverpflichtung von Müllarbeitern, die die Müllberge abholen sollen, reichte bisher nicht aus, um die Straßen der Hauptstadt zu reinigen.

  • Demonstrationen gegen die Rentenreform: Solche gefährlichen Granaten setzt die französische Polizei ein

    Demonstrationen gegen die Rentenreform: Solche gefährlichen Granaten setzt die französische Polizei ein

    Am Rande der Kundgebungen kam es vermehrt zu Zusammenstößen zwischen einigen Demonstranten und der Polizei. Die Sicherheitskräfte setzten Granaten ein, um die Menge zu zerstreuen – diese können jedoch bleibende Schäden verursachen.

    Wurfgeschosse gegen Tränengas. Am Donnerstag, dem 23. März, kam es während des Mobilisierungstages gegen die Rentenreform zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. In Rouen (Seine-Maritime) wurde einer 30-jährigen Demonstrantin ein Daumen abgerissen, berichtet France 3 Normandie. Ein Zeuge behauptete anschliessend, die Polizei habe Tränengas- und andere Granaten eingesetzt, um die Demonstranten zu zerstreuen, und das Opfer sei dabei verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft Rouen hat eine Untersuchung eingeleitet, um die Umstände des Vorfalls zu ermitteln. Die Verstümmelung der Demonstrantin wirft Fragen über den Einsatz solcher Geschosse durch die Ordnungskräfte auf.

    Welche Granaten können von den Ordnungskräften eingesetzt werden?
    Es gibt zwei Arten von Granaten, die bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung eingesetzt werden. Sie gelten als „Feuerwaffen“, die nach dem Gesetz über die innere Sicherheit (Code de la sécurité intérieure, CSI) „zu den Kriegsmaterialien gehören“. Zunächst gibt es sogenannte Tränengasgranaten, die in zwei Unterkategorien unterteilt werden: Sofort- und Betäubungsgranaten, die auch als Blendgranaten bezeichnet werden. Und dann gibt es noch spezielle Handgranaten zur Entschärfung (GMD).

    Derzeit wird die „modulare 2-Effekt-Tränengasgranate“ (GM2L) von den französischen Ordnungskräften verwendet, seit die umstrittene GLI-F4 im Januar 2020 verboten wurde. „Die GM2L gehört zu den Waffen, die Tränengas- und Schalleffekt miteinander verbinden, aber im Unterschied zur GLI-F4 enthält sie keinen Sprengstoff“, fasste die Zeitung Le Monde damals zusammen. Denn die GLI-F4 enthielt 25 Gramm TNT, einen starken Sprengstoff. „Der damalige Innenminister Christophe Castaner beschloss, diese Waffen abzuschaffen (…), die im Moment der Detonation besonders gefährlich waren, sowohl für das Gehör als auch wegen der Splitter, die die Demonstranten verletzten“, zitiert Franceinfo Emilie Schmidt, Mitarbeiterin der NGO Acat in Frankreich.

    Die Handgranaten zur Entschärfung (GMD). Diese explosiven Granaten, die seit 2004 in Frankreich eingesetzt werden, verbreiten kein Gas, sondern schleudern Gummiteile „mit ohrenbetäubender Wirkung“, so Amnesty International. Auch sie enthalten eine Sprengladung, die einen sehr lauten Knall erzeugt und „18 halbsteife Gummipflastersteine von 9 g (…) mit 126 km/h in einem Radius von 30 Metern“ wegschleudert, so die NGO Acat. Im September 2020 tauchte ein neues Modell Granate auf: die nicht-letale Splittergranate (GENL). Dieses Modell ist laut dem Schéma national du maintien de l’ordre (SNMO) „weniger verwundbar“, verursacht „weniger Hochsprünge“ und ist laut Innenminister Gérald Darmanin „weniger gefährlich“. „Der Unterschied zwischen den beiden Granaten besteht darin, dass der Zündpfropfen der GENL fest mit dem Rest der Granate verbunden ist, wodurch verhindert wird, dass er bei der Explosion weggeschleudert wird und unbeabsichtigte Verletzungen verursacht. Die Energie, mit der die 18 Elastomerstifte weggeschleudert werden, wurde ebenfalls verringert“, so die IGPN, die Polizeiinspektion, in ihrem letzten Bericht, der im Juli 2022 erschien.

    Laut SNMO muss „die Anwendung von Gewalt durch die Kräfte der inneren Sicherheit absolut notwendig, streng verhältnismäßig und abgestuft sein und mit angemessenen Mitteln erfolgen“. Als Reaktion auf „Gewalt, mit der die Kräfte konfrontiert sind“, setzen sie daher „Waffen mittlerer Stärke“ wie eben diese Granaten ein. „Ihr Einsatz ist durch Richtlinien geregelt“, heißt es in der SNMO.

    Für die Granaten handelt es sich bei der Richtlinie um die „gemeinsame Einsatzdoktrin der Gendarmerie und der Polizei vom 2. August 2017“, heißt es in dem jüngsten Bericht der IGPN, die jedes Jahr die Anzahl der verschossenen Munition und das Ereignis, bei dem sie verwendet wurde, erfasst. Das Dokument ist nicht öffentlich zugänglich, aber NGOs wie Amnesty International und Acat France versichern, dass GM2L „durch Rollen auf dem Boden, in einer Kurve“ und „von Hand“ geworfen werden muss und eine GMD-Granate „immer von Hand in Bodennähe geworfen werden muss“.

    Nach Ansicht von Menschenrechts-Organisationen können sowohl Tränengas- als auch Entschärfungsgranaten bei Demonstranten bleibende Schäden verursachen. „Die GM2L verursachte schon zahlreiche schwere Verletzungen, die zu einer teilweisen oder vollständigen Amputation von Gliedmaßen führten. Die GMD führte zu zahlreichen schweren Verletzungen nach dem Auftreffen der Geschosse im Gesicht (vollständiger oder teilweiser Verlust der Gebrauchsfähigkeit eines Auges)“, sagt Emilie Schmidt von Acat. Sie berichtet, dass diese Art von Granaten bereits auch „irreversible Gehörschäden“ verursacht haben. Es muss gesagt werden, dass der Lärm einer Entschärfungsgranate den „eines startenden Flugzeugs übertrifft und die akustische Schmerzgrenze überschreitet“, so die Fachwebsite Maintien de l’ordre.

    „Wie jede Waffe kann auch die Granate Körperverletzungen verursachen“, räumt die IGPN in ihrem letzten Bericht ein. Die Polizeiinspektion ist jedoch der Ansicht, dass „ihre Gefährlichkeit stark reduziert ist, sobald die Regeln und Empfehlungen für den Einsatz einer GMD, die in der Anweisung vom 2. August 2017 vorgesehen sind, strikt eingehalten werden“.

    Und genau da liegt das Problem: Laut Amnesty International ist der Einsatz von Granaten durch die Ordnungskräfte oft „missbräuchlich“. „Waffen mit geringerer Letalität ersparen den Einsatz von Schusswaffen. Aber sie sind nicht harmlos, und wenn sie falsch oder missbräuchlich eingesetzt werden, können sie schwere Verletzungen verursachen oder sogar töten“, kritisiert Fanny Gallois, die bei Amnesty International France für Freiheitsrechte zuständig ist. Die Organisation erinnert daran, dass vor vier Jahren die 80-jährige Zineb Redouane aus Marseille starb, nachdem sie von einer Tränengasgranate, die von einem CRS-Polizisten geworfen wurde, ins Gesicht getroffen worden war. „Sie explodieren, indem sie Minigeschosse freisetzen, die in alle Richtungen geschleudert werden“, betont Fanny Gallois.

    „Frankreich ist das einzige europäische Land, das bei Einsätzen zur Aufrechterhaltung der Ordnung explosive Munition einsetzt, obwohl diese zu schweren Verletzungen führen kann“, sagt Emilie Schmidt von Acat. Sie fordert daher, dass „die Ausbildung der Ordnungskräfte im Umgang mit mittelschweren Waffen verstärkt und aktualisiert wird“. Außerdem fordert sie eine „Begrenzung des Einsatzes von Tränengas“.

  • Europarat alarmiert über „exzessive Gewaltanwendung“ gegen Demonstranten in Frankreich

    Europarat alarmiert über „exzessive Gewaltanwendung“ gegen Demonstranten in Frankreich

    Die Gewalt, mit der Angehörige der Polizei in Frankreich gegen Demonstranten vorgingen, die gegen die Rentenreform protestierten, hat die Menschenrechtskommissarin des Europarats alarmiert. Sie kritisierte am Freitag eine „exzessive Anwendung von Gewalt“.

    Die Menschenrechtskommissarin des Europarates, Dunja Mijatovic, hat sich am Freitag, dem 24. März, alarmiert über „exzessive Gewaltanwendung“ gegenüber Demonstranten gegen die Rentenreform geäußert und Frankreich aufgefordert, das Demonstrationsrecht zu respektieren.

    „Es kam zu gewalttätigen Zwischenfällen, von denen sich einige gegen die Ordnungskräfte richteten“, schrieb die Kommissarin in einer Erklärung. „Aber sporadische Gewalttaten einiger Demonstranten oder andere verwerfliche Handlungen anderer Personen während einer Demonstration rechtfertigen nicht die übermäßige Anwendung von Gewalt durch Staatsbeamte. Diese Handlungen reichen auch nicht aus, um friedlichen Demonstranten das Recht auf Versammlungsfreiheit zu verwehren“, so Dunja Mijatovic.

    „Es ist Aufgabe der Behörden, die wirksame Ausübung der Demonstrations- und Versammlungsfreiheit zu ermöglichen, indem sie friedliche Demonstranten und Journalisten, die über diese Demonstrationen berichten, vor Polizeigewalt und vor gewalttätigen Einzelpersonen schützen, die in oder am Rande der Demonstrationszüge agieren“, betonte sie.

    In den letzten Tagen haben Anwalts- und Richtervereinigungen sowie linke Politiker Polizeigewalt bei den Demonstrationen gegen die Rentenreform angeprangert.

    Die NGO Reporter ohne Grenzen (RSF) forderte Innenminister Gérald Darmanin am Freitag auf, „der Polizeigewalt gegen Journalisten ein Ende zu setzen“.

    Menschenrechtskommissarin Dunja Mijatovic äußerte sich außerdem besorgt über die Festnahme und den Polizeigewahrsam einiger Demonstranten und Personen, die sich in der Nähe der Demonstrationen aufhielten, und stellte die Frage nach der „Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen, denen sie unterzogen wurden“.

    „Das Versäumnis, eine Demonstration anzumelden, reicht an sich nicht aus, um einen Eingriff in das Recht der Demonstranten auf friedliche Versammlung oder eine strafrechtliche Sanktion für die Teilnehmer einer solchen Demonstration zu rechtfertigen“, stellte sie mit Bezug auf entsprechende Äußerungen des französischen Innenministers Gérald Darmanin fest.

    Der Minister hatte am Dienstag erklärt, dass die Teilnahme an einer „nicht angemeldeten Demonstration“ ein „Vergehen“ darstelle, das eine „Festnahme“ „verdiene“.

    Gérald Darmanin kündigte am Freitag die Einleitung von elf gerichtlichen Ermittlungen wegen mutmaßlicher Polizeigewalt in der vergangenen Woche im Rahmen der Mobilisierung gegen die Rentenreform an.

    Ermittlungen, die der Generalinspektion der nationalen Polizei (IGPN) nach Drohungen und Einschüchterungen von Polizisten gegen junge Demonstranten in Paris anvertraut wurde. Eine Tonaufnahme, die der Zeitung Le Monde und der Website Loopsider vorliegt, macht besonders von sich reden.

    In diesem Zusammenhang nahmen laut Le Monde und Loopsider Polizisten der Brav-M, einer Einheit, die für ihre muskulösen Einsatzmethoden verschrien ist, sieben Jugendliche fest, die verdächtigt wurden, an Sachbeschädigungen beteiligt gewesen zu sein.

    Einer der Festgenommenen zeichnet daraufhin diskret den Austausch mit den Polizisten auf. Man hört, wie die Beamten eine Reihe von erniedrigenden, bedrohlichen und einschüchternden Äußerungen aneinanderreihen, insbesondere gegenüber einem der sieben Jugendlichen, der afrikanischer Herkunft ist.

  • Rentenreform: Wegen Drohungen von Polizisten gegen Demonstranten haben Ermittlungen begonnen

    Rentenreform: Wegen Drohungen von Polizisten gegen Demonstranten haben Ermittlungen begonnen

    Polizeipräfekt Laurent Nunez hat am Freitag, 24. März, die Inspektion der Polizei (IGPN) eingeschaltet, nachdem eine Aufnahme von Drohungen und Einschüchterungen von Polizisten gegen Demonstranten veröffentlicht wurde.

    Der Pariser Polizeipräfekt Laurent Nuñez kündigte am Freitag, dem 24. März an, dass er die Generalinspektion der nationalen Polizei (IGPN) eingeschaltet habe, nachdem Drohungen und Einschüchterungen von Polizisten gegen junge Demonstranten in Paris in einer Tonaufnahme aufgedeckt wurden, die der Zeitung Le Monde und der Website Loopsider vorliegt.

    Der Polizeipräfekt „hat beschlossen, die IGPN damit zu befassen“, nachdem eine „Tonaufnahme eines Polizeieinsatzes bei einer Demonstration in Paris am 20. März“ öffentlich wurde, twitterte die Polizeipräfektur. Es handele sich um eine administrative Untersuchung. Am Montag, dem 20. März, hatten „etwa 2.000“ Personen in „zersplitterten kleinen Gruppen“, so der Polizeipräfekt, im Zentrum der Hauptstadt demonstriert, Barrikaden errichtet und Mülltonnen verbrannt.

    Die Einheit „BRAV-M“ wird in Frage gestellt.
    In diesem Rahmen nahmen laut Le Monde und Loopsider Polizisten der BRAV-M, einer Einheit, die für ihre brutalen Einsatzmethoden verschrien ist, sieben Jugendliche fest, die verdächtigt wurden, an Sachbeschädigungen beteiligt gewesen zu sein. Einer der Festgenommenen nahm die Gespräche mit den Polizisten heimlich auf. Man hört, wie die Beamten eine Reihe von erniedrigenden, bedrohenden und einschüchternden Äußerungen machen, insbesondere gegenüber einem der sieben Jugendlichen.

    „Das nächste Mal, wenn wir kommen, wirst du nicht in den Bus steigen, um zur Polizeistation zu fahren, du wirst in ein anderes Ding steigen, das wir Krankenwagen nennen, um ins Krankenhaus zu fahren“, ist in der Aufnahme unter anderem zu hören. Es sind auch zwei Ohrfeigen zu hören, bevor einer der Polizisten sagt: „Du fängst an zu stottern! Vielleicht willst du noch eine, damit ich dir den Kiefer wieder gerade rücken kann?“.

    „Ich hoffe, du erhältst morgen eine OQTF (obligation de quitter le territoire / Abschiebungsverfügung)“, sagte ein anderer Polizist zu einem jungen Mann, der die Staatsangehörigkeit des Tschad besitzt. Als einer der Vorgesetzten den Polizisten mitteilt, dass sie in einen anderen Stadtteil von Paris gebraucht würden, sagt einer der Polizisten: „Du hast Glück, wir werden uns jetzt an anderen Leuten rächen“.

    „Offensichtlich sind diese Äußerungen inakzeptabel und werfen deontologisch sehr ernste Probleme auf“, sagte der Polizeipräfekt in der Sendung C à vous auf dem Sender France 5 und fügte hinzu, er sei „wie alle anderen auch, sehr schockiert“. „Die Politik des Terrors, die auf Jugendliche angewandt wird. Mit einem Rassismuszuschlag für den einzigen schwarzen Mann in der Gruppe. Diese Polizisten müssen schwer bestraft werden“, twitterte der LFI-Abgeordnete David Guiraud.

    „Diese Einheit des Terrors muss aufgelöst werden“, reagierte seinerseits der Abgeordnete Bastien Lachaud aus Seine-Saint-Denis. In einem Schreiben an Innenminister Gérald Darmanin forderten drei Abgeordnete der Partei La France insoumise (LFI) – Thomas Portes, Antoine Léaument und Ugo Bernalicis – am Mittwoch die „vorübergehende Auflösung der Brav-M“-Einheit.

  • Streik der Müllabfuhr: Noch immer fast 10.000 Tonnen Müll in den Straßen von Paris

    Streik der Müllabfuhr: Noch immer fast 10.000 Tonnen Müll in den Straßen von Paris

    Obwohl die Müllverbrennungsanlagen rund um Paris am Freitag wieder geöffnet wurden, warten in der Hauptstadt immer noch fast 10.000 Tonnen Müll auf ihre Abholung. Trotz der Öffnung der Müllverbrennungsanlagen liegen noch immer fast 10.000 Tonnen Müll in den Straßen von Paris, berichtete die Stadtverwaltung am Freitag, dem 24. März, gegenüber dem Sender France Bleu Paris. Der zuständige Beigeordnete Bürgermeister Nicolas Nordman beschreibt ein „System der Embolie“. Letzte Woche streikten noch 6% der Pariser Müllabfuhrarbeiter, eine Quote, die inzwischen laut Emmanuel Grégoire, dem ersten Stellvertreter der Pariser Bürgermeisterin, auf 25% gestiegen ist. Die Stadtverwaltung zwangsverpflichtet weiterhin Mitarbeiter, um an diesem Freitag 158 Müllwagen zirkulieren zu lassen, 10 % mehr als in den vorangegangenen tagen. Doch diese Anstrengungen reichen nicht aus. Die Situation bleibt laut Stadtverwaltung weiterhin sehr schlecht….

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