Autor: Nachrichten

  • Die schlechten Gewohnheiten der Franzosen auf der Autobahn

    Die schlechten Gewohnheiten der Franzosen auf der Autobahn

    Laut einer Studie, die am Dienstag, den 20. Juni von der Sanef-Gruppe vorgestellt wurde, fahren französische Autofahrer auf Autobahnen immer noch zu schnell, lassen aber inzwischen etwas mehr Sicherheitsabstand.

    Französische Autofahrer fahren auf Autobahnen immer noch zu schnell, lassen aber etwas mehr Sicherheitsabstand, so eine Studie, die am Dienstag von der Sanef-Gruppe vorgestellt wurde. Für die Studie filmte Sanef den Verkehr Ende März 2023 auf einem Abschnitt der Autobahn A13 (Eure) in der Richtung Caen-Paris.

    „Die Geschwindigkeit bleibt auf dem höchsten Niveau seit der Gründung der Sanef-Beobachtungsstelle für das Verhalten auf Autobahnen“ im Jahr 2012, teilen die Autoren der Studie mit. 42 % der Fahrzeuge fuhren über der zulässigen Geschwindigkeit (130 km/h), gegenüber 38 % im Jahr 2018. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei 128 km/h. Auf der linken Spur betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit 137 km/h, also 7 km/h mehr als erlaubt.

    3% der beobachteten Fahrer auf allen Fahrspuren überschreiten sogar die 150 km/h-Marke. Nachts an Werktagen sind es sogar 51% der Fahrer, die über 130 km/h fahren. Der Sicherheitsabstand hat sich aber verbessert: 22 % der Fahrzeuge fahren zu dicht am Vordermann, gegenüber 29 % im Jahr 2022. An Wochenenden wird der Abstand jedoch weniger eingehalten: 26 % der Autofahrer halten nicht einmal einen Abstand von zwei Sekunden zwischen ihrem Fahrzeug und dem Vordermann ein.

    Eine schlechte Angewohnheit bleibt konstant: Mehr als ein Drittel der Fahrzeuge fährt auf der mittleren Spur, obwohl die rechte Spur frei ist, so die Beobachtungsstelle. Am Wochenende bleibt sogar mehr als jeder zweite Fahrer auf der mittleren Spur. Und das Blinken wird oft als eine Option betrachtet: 28 % der Fahrer geben kein Signal, wenn sie überholen, und 39 % unterlassen das Blinken, wenn sie wieder nach rechts einscheren.

    Die Beobachtungsstelle untersuchte auch das Verhalten von Lkw auf einem Abschnitt der Autobahn A1: 25,5 % der Fahrer hielten den vorgeschriebenen Abstand von 50 Metern zum vorausfahrenden Fahrzeug nicht ein. Und 4,3 % der Lkw machen Pausen sich auf dem Standstreifen und gefährden damit Autofahrer mit Pannen, Abschleppdienste und Autobahnmitarbeiter im Einsatz.

    Das Jahr 2022 war in Frankreich durch einen starken Anstieg der Todesfälle auf Autobahnen gekennzeichnet, mit 166 erfassten tödlichen Unfällen, gegenüber 119 im Jahr 2021 und 140 im Jahr 2019 (2020 war durch die Pandemie geprägt). Auf allen französischen Straßen blieb die Bilanz im Vergleich zu 2019 mit 3.260 Todesfällen im Jahr weitgehend unverändert.

  • Nîmes: Baby und 2 Geschwister in Wohnung allein gelassen – Mutter wurde verhaftet

    Nîmes: Baby und 2 Geschwister in Wohnung allein gelassen – Mutter wurde verhaftet

    Die Polizei entdeckte am Sonntag drei Minderjährige im Alter von acht Monaten bis zwölf Jahren, die allein in einer Wohnung eingeschlossen waren. Ihr Vater sitzt seit mehreren Monaten im Gefängnis und die Mutter war arbeiten gegangen und hatte die Kinder in der Wohnung eingeschlossen.

    Die Polizei entdeckte am Sonntag, dem 18. Juni, drei verlassene Kinder in einer Wohnung in Nîmes, wie France Bleu Gard Lozère berichtet. Ihre Mutter wurde festgenommen.

    Gegen 23 Uhr wurde die Polizei wegen schreiender und weinender Kinder zu einer Wohnung gerufen. Die Beamten entdeckten vor Ort ein acht Monate altes Baby und Kinder im Alter von zwei und zwölf Jahren, die in der Wohnung eingesperrt waren. Nach Angaben der Polizei verbrachten sie sowohl tagsüber und auch abends täglich viele Stunden allein.

    Als die Mutter von der Arbeit nach Hause kam, stellte sie fest, dass ihre Kinder nicht mehr in ihrer Wohnung waren. Daraufhin meldete sie sich bei der Polizei. Die Polizeibeamten nahmen sie wegen Gefährdung des Kindeswohls fest.

    Die Mutter ist der Polizei bereits bekannt und wird schon seit einiger zeit von den Sozialdiensten betreut, berichtet France Bleu Gard Lozère. Der Vater sitzt seit mehreren Monaten wegen einer anderen Angelegenheit im Gefängnis. Die Kinder wurden bis zu einer Entscheidung des Jugendamts zunächst ihrer Großmutter übergeben.

  • Beeindruckende Bilder vom Brand im Europa-Park in Rust

    Beeindruckende Bilder vom Brand im Europa-Park in Rust

    Der deutsche Freizeitpark in Rust unweit der französischen Grenze evakuierte am Montagnachmittag 25.000 Besucher und schloss schon um 17.30 Uhr, da ein Großbrand ausgebrochen war.

    Eine große schwarze Rauchwolke hängt am späten Montagnachmittag über dem Europa-Park in Rust. Gegen 16.40 Uhr am Nachmittag brach ein Feuer aus, das die Parkleitung dazu zwang, in aller Eile den Park zu schließen.

    Kurz nach 18 Uhr teilte das Polizeipräsidium Offenburg mit, dass das Feuer unter Kontrolle sei.

    Glücklicherweise gab es wohl keine Verletzten unter den 25.000 Besuchern, die evakuiert wurden. Mehreren deutschen Medien zufolge wurden jedoch drei Feuerwehrleute bei dem Einsatz verletzt.

    Nach ersten Erkenntnissen wurde die Attraktion „Magic World of Diamonds“, die im Spanischen Viertel aufgestellt ist, von den Flammen zerstört. Es handelt sich dabei um eines der ältesten Fahrgeschäfte des Parks. Die genaue Ursache des Feuers ist noch nicht bekannt.

    Vor fünf Jahren, im Mai 2018, musste der Park bereits wegen eines anderen großen Brandes geschlossen werden, diesmal im norwegischen Viertel. Auch damals war niemand verletzt worden.

  • Gewitter mit Hagel und starke Windböen – auch der Dienstag bringt sehr unbeständiges Wetter in Frankreich

    Gewitter mit Hagel und starke Windböen – auch der Dienstag bringt sehr unbeständiges Wetter in Frankreich

    Auch am Dienstag, dem 20. Juni, bleiben die Gewitter in weiten Teilen des Landes an der Tagesordnung. Sie können von Hagel und starken Windböen begleitet werden, vor allem am späten Nachmittag im Südwesten.

    Wenig Veränderung für den heutigen Dienstag, sagt Météo France voraus. Das unbeständige Wetter setzt sich mit einer gewittrigen Schlechtwetterfront fort, die immer noch einen großen Teil Frankreichs betrifft.

    Am Vormittag entwickeln sich die Gewitter zunächst von Aquitanien in Richtung Poitou-Charentes und Centre Val de Loire. Außerdem ziehen einige Schauer über Korsika.

    Im Laufe des Nachmittags dehnt sich die Gewitterachse vom Südwesten in Richtung Hauts-de-France und Champagne-Ardenne aus. Die Gewitter können lokal wieder stark sein, begleitet von Hagel und starken Windböen, vor allem am späten Nachmittag und frühen Abend im Südwesten. Die Bretagne und das Cotentin sollten von den gewittern verschont bleiben und wechselhaftes Wetter mit einigen Schauern beibehalten. Der Mittelmeerraum und die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur erleben einen bewölkten Himmel, aber ohne Niederschlag. Auf Korsika und an der Côte d’Azur weht ein mäßiger Ostwind mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 70 km/h. Die Höchstwerte liegen zwischen 20 und 25 Grad im nordwestlichen Viertel des Landes, sonst zwischen 25 und 30 Grad, bis zu 31 bis 34 Grad auf der Ostseite des Landes und auf Korsika, wobei der Höhepunkt der Hitze in Südkorsika mit Werten von 35 bis 37 Grad, örtlich 38 Grad, erwartet wird.

  • Bruno Le Maire will mit „mindestens 10 Milliarden Einsparungen“ Frankreichs Verschuldung reduzieren

    Bruno Le Maire will mit „mindestens 10 Milliarden Einsparungen“ Frankreichs Verschuldung reduzieren

    Der Wirtschaftsminister kündigte an, er habe zahlreiche Ausgabenposten identifiziert, die gekürzt werden könnten und müssten, erklärte aber gleichzeitig, er wolle keine Sparpolitik betreiben, „die unser Wachstum stoppen würde“. „Jetzt, wo wir wieder zur Normalität zurückkehren, wer würde verstehen, dass wir weiterhin so viel ausgeben?“ Anlässlich des Eröffnungstages der Konferenz über öffentliche Finanzen am Montag, dem 19. Juni, kündigte Bruno Le Maire an, dass die Regierung „mindestens 10 Milliarden Euro an Einsparungen“ identifiziert habe, um Frankreichs angeschlagene Bilanz bis 2027 wieder ins Lot zu bringen. Nachdem die Regierung einer Herabstufung durch die Agentur S&P Global, die die Bonitätsnote Frankreichs aufrechterhielt, gerade nochmal so entgangen ist, will sie ihre haushaltspolitische Seriosität bekräftigen und die Politik der „koste es, was es wolle“-Stützungsmaßnahmen während der Covid- und Energiekrise hinter sich lassen. Um dies zu erreichen, setzt die Exekutive au…

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  • Streik im Disneyland Paris – was fordern die Beschäftigten des Vergnügungsparks?

    Streik im Disneyland Paris – was fordern die Beschäftigten des Vergnügungsparks?

    Die beiden Gewerkschaften CGT und UNSA hatten für Montag, den 19. Juni, zu einem weiteren Warnstreik aufgerufen. Die Beschäftigten des Disney-Parks fordern unter anderem höhere Löhne und Gehälter, um der Inflation entgegenzuwirken.

    Was ist los in der sonst so heilen Welt von Micky Maus? „Die Magie wird von uns gemacht, aber wir profitieren nicht davon“, kritisiert die Gewerkschaft UNSA in einer Pressemitteilung. Die UNSA hat zusammen mit der CGT zu einem sechsten Warnstreik der Beschäftigten des Parks innerhalb weniger Wochen aufgerufen. An dem vorherigen Streiktag, am 3. Juni, hatten sich rund 1.000 Personen beteiligt. Die Protestbewegung entstand bereits im März dieses Jahres, wobei etwa 20 Angestellte aus einer Wartungsabteilung den Anfang machten.

    Lohnerhöhung von 200 Euro?
    Allgemeine Lohnerhöhung von 200 Euro netto, Verdoppelung der Kilometerpauschalen, doppelt bezahlte Sonntage, das Ende der besonderen Arbeitszeiten, die nach der Covid-Krise eingeführt wurden: Es mangelt nicht an Forderungen unter den Beschäftigten des berühmten Freizeitparks, der an seinem Standort in Marne-la-Vallée 17.000 Personen beschäftigt.

    „Ich arbeite seit sechsundzwanzig Jahren im Disneyland Paris und verdiene 1.700 Euro: Ich überziehe jeden Monat mein Konto“, wurde Ende Mai eine Angestellte in der Spülküche von der Zeitung Le Parisien zitiert. „Mit meiner Miete von 800 Euro komme ich nicht über die Runden und mit der Inflation wird es noch schlimmer.“

    Ende Mai kündigte die Parkleitung die Zahlung einer Prämie von 125 Euro netto an und erklärte, dass in den letzten zwölf Monaten „die Stellen mit den niedrigsten Koeffizienten einen Einkommenszuwachs von 12 % erhalten haben. Nach einer Erhöhung um 5,5 % im Januar 2023 für mehr als 82 % des Personals“.

    „Ungenügend“ meint die CGT, die die Bewegung fortsetzen will. Die Streiks führen zwar nicht zu einer Schließung des Parks, beeinträchtigt aber dennoch dessen reibungslosen Betrieb, insbesondere die Organisation der Shows oder der traditionellen Parade.

  • Lyon: Vermisste 18-jährige Frau tot in besetztem Haus aufgefunden

    Lyon: Vermisste 18-jährige Frau tot in besetztem Haus aufgefunden

    Eine 18-jährige Frau, die seit dem 9. Juni als vermisst galt, wurde am Sonntag, den 18. Juni, tot in einem besetzten Haus im siebten Arrondissement in Lyon entdeckt. 

    Die Leiche einer 18-jährigen Frau, die seit dem 9. Juni vermisst wurde, ist am Sonntag in einem besetzten Haus in Lyon gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft berichtete am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass sie einen kriminellen Hintergrund nicht ausschließt. Am frühen Sonntagnachmittag war die Leiche in einem verlassenen Haus im 7. Arrondissement von Lyon entdeckt worden.

    Nach ersten Erkenntnissen der Ermittlungen handelt es sich höchstwahrscheinlich um die seit dem 9. Juni vermisste 18-jährige Frau, die von der Staatsanwaltschaft als vermisst gesucht wurde.

    Die ersten gerichtsmedizinischen Feststellungen lassen noch keine Rückschlüsse auf die Todesursache zu und es kann derzeit keine Hypothese ausgeschlossen werden, insbesondere kein krimineller Hintergrund. Die Staatsanwaltschaft Lyon hat eine Untersuchung wegen „vorsätzlicher Tötung“ eingeleitet.

  • Unwetter: Mini-Tornado traf das Departement Seine-Maritime

    Unwetter: Mini-Tornado traf das Departement Seine-Maritime

    Am Sonntag, dem 18. Juni, zogen starke Gewitter über den Nordosten Frankreichs. In einigen Gemeinden, wie z. B. in Dieppe, verursachten Wind und Regen zahlreiche Schäden.

    Am Montag, dem 19. Juni, haben die Ladenbesitzer eines Bekleidungsgeschäfts oder der Optiker nebenan im Zentrum von Dieppe (Seine-Maritime) einen Besen oder einen Schwamm in der Hand. Am Vortag, gegen 15:30 Uhr, ging ein heftiger Sturm über der Stadt nieder. Das Wasser schwappte von den Anhöhen in den Hafen und brachte in einigen Straßen mehrere Dutzend Zentimeter Schlamm mit sich. Obwohl alle vorbereitet waren, erlebte der Optiker Beschädigungen in seinem Geschäft: „Wir legen normalerweise jeden Abend ein Brett vor die Tür. Aber die Kraft des Wassers hat das Brett angehoben und wir hatten ein bisschen mehr Schaden als sonst“, sagt er auf dem Sender France 3.

    Ein Mann verletzt
    Im 150 km entfernten Bernay war es der Wind, der Panik auslöste. Am Morgen waren in der Stadt Vordächer abgerissen, Bäume lagen auf dem Boden und ENEDIS-Mitarbeiter reparierten Stromleitungen. Das heftigste Wetterphänomen ereignete sich jedoch in Flamanville und Motteville, etwa 40 km nördlich von Rouen. Zunächst zogen bedrohliche Wolken auf, dann folgte für ein bis zwei Minuten ein Mini-Tornado. Sturmböen, die alles mit sich rissen. Einige Autos wurden zerstört und die Strassen waren mit Gegenständen aller Art übersät. Ein Mann wurde leicht verletzt, nachdem er von einem umherfliegenden Objekt getroffen worden war.

  • Frankreich: Auf dem Weg zu einer Regierungsumbildung im Frühsommer?

    Frankreich: Auf dem Weg zu einer Regierungsumbildung im Frühsommer?

    Der Schatten einer drohenden Umbildung liegt über der Regierung. Steht Élisabeth Borne vor dem Aus? Wer könnte sie ersetzen? Es kursieren mehrere Namen für den Posten des Premierministers. Ein Überblick über die verschiedenen Hypothesen. Einige Minister, die zu technisch sind oder nach Meinung einiger einflussreicher Berater des Präsidenten in der Öffentlichkeit schlecht dastehen, sollen möglicherweise aus dem Amt gedrängt werden. Im Blickpunkt steht eine Umbesetzung, die auf neuen Schwung hoffen lässt. Seit einigen Tagen herrscht spannungsvolle Erwartung an der Spitze des französischen Staates. Das bevorzugte Szenario ist, dass Elisabeth Borne auf ihrem Posten bleibt. Auf die Frage, ob ihre Tage im Matignon gezählt sind, antwortete sie nicht. Élisabeth Borne, die nach Ansicht ihrer Unterstützer in einem schwierigen Umfeld mit unklaren Mehrheiten nicht versagt hat. Ein Minister präzisiert: „Den Premierminister zu wechseln, bedeutet, Schwäche zu zeigen. Vor allem, weil das System nicht …

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  • Terrorismus: Vier Mitglieder der Ultrarechten vor dem Pariser Schwurgericht – eine Premiere in Frankreich

    Terrorismus: Vier Mitglieder der Ultrarechten vor dem Pariser Schwurgericht – eine Premiere in Frankreich

    Vier Mitglieder der Neonazi-Gruppe „Waffenkraft“ stehen ab Montag vor dem Schwurgericht wegen geplanter Anschläge in Frankreich in den Jahren 2017 und 2018. Vier Männer aus der ultrarechten Neonazi-Bewegung stehen von Montag, dem 19. Juni, bis Freitag, den 30. Juni, vor dem Sonderschwurgericht für Terrorismus. Ein Sonderschwurgericht für Minderjährige, da einer der Angeklagten zum Zeitpunkt der vorgeworfenen Taten 17 Jahre alt war. Den vier Angeklagten im Alter von 21 bis 28 Jahren wird vorgeworfen, in den Jahren 2017 und 2018 mehrere Anschläge in Frankreich geplant zu haben. Die Ermittlungen begannen im Sommer 2018 nach der Festnahme von Alexandre Gilet. Der 22-jährige aus Grenoble, ein freiwilliger Hilfspolizist, der sich zuvor sechs Monate lang bei der Armee verpflichtet hatte, hatte vor seiner Festnahme gerade Produkte gekauft, die für die Zusammensetzung von Sprengkörpern verwendet werden, wie etwa TATP. Der Geschäftsführer des Feuerwerksladens hielt die Bestellung für verdächtig und meldet die Transaktion der Gendarmerie. Eine Gruppe namens „WaffenKraft“ Bei der Durchsuchung des Hauses des jungen Mannes finden die Ermittler zahlreiche Lang- und Handfeuerwaffen, darunter zwei Kalaschnikows mit 21 Magazinen, sehr viel Munition, eine Handgranate und eine Laborausrüstung zur Herstellung von Sprengstoff. Die detaillierte Analyse des Inhalts seiner Computer und Telefone zeigte, dass er der Neonazi-Szene angehörte und sich in Online-Diskussionsforen und in einer Gruppe namens „WaffenKraft“ bewegte. Die Ermittler entdeckten außerdem 51 Videos und Hunderte von Fotos, auf denen er im Wald mit selbstgebauten Sprengstoffen trainierte. Alexandre Gilet gab in Polizeigewahrsam zu, unter anderem ein Kilo Schwarzpulver ferngesteuert zur Explosion gebracht zu haben. Die Anklage behauptet, dass der freiwillige Hilfspolizist der Anführer der Gruppe war. „Er war der radikalste und entschlossenste, er wollte ein Blutbad anrichten, das schlimmer war als der Terroranschlag auf das Bataclan“, erklärte einer seiner Mitangeklagten. Auf den von den Ermittlern gefundenen Bildern sind die vier Angeklagten mit geschulterten Waffen zu sehen und zeigen den Hitlergruß. Die Bilder wurden bei einem Treffen im Sommer 2018 während eines Wochenend-Waffentrainings in einem Wald in der Nähe von Tours (Indre-et-Loire) aufgenommen. Zu ihren Zielen gehörten Moscheen und Jean-Luc Mélenchon. Sie diskutierten vor allem im Internet: ein ideologischer Austausch vor dem Hintergrund von Hass auf Muslime und Kommunisten, Antisemitismus und Homophobie. Es ging auch eindeutig um Pläne für Aktionen gegen bestimmte Gemeinschaften und Persönlichkeiten. Zu den geplanten Zielen gehörten etwa die Omar-Moschee im 11. Arrondissement von Paris, eine Moschee in Creil (Oise), Versammlungen des Repräsentativen Rates der jüdischen Institutionen Frankreichs (Crif), das Europäische Parlament, der Luftwaffenstützpunkt Villacoublay (Yvelines), Räumlichkeiten der Internationalen Liga gegen Rassismus und Antisemitismus (Licra) und auch der Vorsitzende der Partei La France insoumise, Jean-Luc Mélenchon. Jean-Luc Mélenchon will bei der Eröffnung des Prozesses als Nebenkläger auftreten. Die Verhandlung soll unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, da einer der Angeklagten zum Zeitpunkt der Tat minderjährig war. Der Vorsitzende des Schwurgerichts kann jedoch im Interesse der Öffentlichkeit und der Information beschließen, diese Einschränkung aufzuheben. Der Hauptangeklagte Alexandre Gilet hatte ein Manifest im Stil von Anders Breivik verfasst. Am 22. Juli 2011 zündete der rechtsextreme norwegische Terrorist in der Nähe des Regierungssitzes in Oslo eine Bombe, die acht Menschenleben forderte. Danach tötete er 69 weitere Menschen, zumeist Teenager, als er das Feuer auf ein Sommerlager der Arbeiterjugend auf der Insel Utoya eröffnete. Kurz vor seinen blutigen Anschlägen hatte Breivik ein 1.500 Seiten starkes Manifest im Internet veröffentlicht, das er über Jahre hinweg verfasst hatte und das sich durch Islamfeindlichkeit und Antimarxismus auszeichnete. Auch Alexandre Gilet hatte ein ähnliches Manifest verfasst, in dem er die verschiedenen Möglichkeiten der Tatausführung ausführlich darlegte, darunter auch einen Anschlag mit einem Sprengstofflaster. Außerdem hatte er eine Ausbildung zum Lkw-Fahrer begonnen. Der Angeklagte gab zu, dass er damals nach den dschihadistischen Anschlägen, die Frankreich 2015 erschütterten, im Geiste des Kreuzzugs, der Rache und des „weißen Dschihad“ (white jihad) eingestellt war. Er versichert heute, dass keine Tat begangen habe und aus diesem Denkschema ausgebrochen sei. Ein fünftes Mitglied, ein Mittelschüler, der sich mit der Gruppe „WaffenKraft“ austauschte wurde im Dezember letzten Jahres vor dem Jugendgericht angeklagt und zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.